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Sonntag, 13. Juli 2014

Das Monster der Imagination




Hallo, nach langer Zeit melde ich mich wieder mit einem Text, der ich gelesen habe und sehr passend finde für angehende Autoren.
 
Ich habe sehr viele Bücher, die sich mit dem Schreiben befassen, natürlich wiederholen sich die Autoren in einigen Dingen, in anderen widersprechen sich und jedes Buch hat etwas Neues. Wenn es nur so klein ist, durch diese neue Information hat es sich bezahlt gemacht.

Alles zu lesen, was über das Schreiben gibt, macht aus mir keine Autorin. Talent und Einfallsreichtum sind nicht zu unterschätzen. Aber ich habe viele Ansichten von bekannten und weniger bekannten Autoren, die mir eine Richtung zeigen, die mir helfen konnte. Ich habe heute in das Buch „The Key Die Kraft des Mythos“ gelesen, genau gesagt habe ich es zu Ende gelesen. Obwohl ich es bereits kaufte als es erschien, hatte ich bis jetzt nicht die Zeit gefunden, um es in einen Zug durchzulesen. Ich habe immer nur hier und da gelesen, um mich Informationen über, dass was mich gerade bewegte. Mal war es der Held, mal der Bösewicht, mal das Stufendiagramm die mich zum Buch führten, jetzt habe ich es von den Ersten bis zu der letzten Seite gelesen und gerade das, was der Schluss bildet, möchte ich mit euch Teilen.

Ab Seite 242 schreibt James N. Frey über das, was ein Autor durchmacht. Eigentlich beginnt es auf Seite 240, wo er „Die mythische Reise des Autors“ genauer unter der Lupe nimmt, aber erst „Das Monster der Imagination“ ab Seite 242 hat mich begeistert.

Das Buch ist 245 Seiten lang plus Bibliografie, erschienen in Emons Verlag und der Autor ist James N. Frey. Was ich bezahlt habe, weiß ich nicht mehr, aber, da ich vermute, dass der Preis sich nicht geändert hat, mussten es 16, 80 € gewesen sein.

Empfehlen kann und möchte ich dieses Buch jeder, der schriftstellerische Ambitionen hegt. Das Buch ist eine Reise durch die Fantasie und macht aus unseren Ideen ein Wald voller Geheimnisse. Natürlich liegt es dann an uns, wenn wir in der Lage sind, diesen Wald mit all den Geheimnissen und mystische Figuren aufs Papier zu bringen, steht uns nichts mehr in Weg um einen schönen fesselnden Roman zu kreieren, wenn nicht, dann haben wir eine faszinierende Lektüre gehabt. Ich denke die ganze Zeit darüber nach, ob ich das zustande bringen kann, aber das wird sich erst zeigen, wenn ich die Scheu überwinde und etwas zu veröffentlichen versuche.

Das Monster der Imagination

Wenn ein Romanautor anfängt zu schreiben, lässt er sich oft sehr schnell vom Klang seiner frisch geschaffenen Prosa bezaubern und ist gleichzeitig zutiefst berührt, welche starke Gefühle das Schreiben fiktionaler Texte auslöst. So wie Schauspieler Gefühle in sich wecken müssen, um ihre Darbietung leben einzuhauchen, müssen Romanautoren ihre Gefühle wecken, um ihren Figuren Leben einzuhauchen. Diese Gefühle ziehen den Autor in bisher unerforschtes Gebiet, in den dunklen Wald der Imagination, einen Frucht einflößenden Ort.

Zunächst noch #ängstlich wagt sich der Autor oder die Autorin, nicht allzu weit in den Wald vor. Doch hier, am äußeren Rande des Waldes, wo der Autor sich noch sicher fühlt, ist das, was er schreibt, oft viel zu akademisch und deshalb langweilig. Da er sich fürchtet, tiefer in den Wald zu gehen, wird er bald eine ästhetische Blindheit entwickeln und nicht sehen, wie blutleer seine Schöpfungen sind. Stattdessen ist der Autor davon begeistert und sieht in diesen dürftigen Werken sein vermeintliches Ich widerspiegelt.

Diese Blindheit ist allerdings nur vorübergehend. Ablehnung, Kritik in Creativen-Writing-Kursen, der schmerzlichen Ausdruck auf den Gesichtern von Freunden, die diese stümperhaften Werke lesen, zwingen der Autor, sich auf unbekanntes Gebiet vorzuwagen, wo der Wald dicht und beinahe undurchdringlich ist. Verzweifelt stellt der Autor fest, dass es dort keine Wegweiser, keine Pfade und keine Spuren gibt, denen man folgen kann, denn das ist der Wald der eigenen Imagination, wo niemand je zuvor gewesen ist.

Ist er erst einmal tief in diesen Wald vorgedrungen, hört der Autor mysteriöse Geräusche – heftiges Atmen, das Rascheln von zweigen, ein Geheul und Geschrei, das ihn entsetzt erstarren lässt. Plötzlich taucht aus der Dunkelheit ein feuerspeiendes, unglaubliche riesiges Monster auf. Zitternd vor Angst greift der Autor nach einem Köcher mit Pfeilen: Vernunft, Logik, Belesenheit, Lebenserfahrung. Pfeile, die in der Alltagswelt zahlreiche Monster mit einen einzigen Schuss ins Herz erlegt haben.

Der Autor ist treffsicher, und die spitzen Pfeilen dringen tief in die dicke Haut. Doch das Monster lacht nur schallend, denn es ist das Monster der ureigenen Imagination des Autors und ganz anders als alle Monster, die ihm in der Alltagswelt begegnet sind. Diese Monster wird von den Gefühlen, Skrupeln, Erinnerungen und Qualen des Autors angetrieben und kann deshalb nicht mit gewöhnlichen Waffen besiegt werden.

Der Autor dreht sich auf dem Absatz um und flieht voller Panik aus dem Wald.

Zurück in der Alltagswelt, liest er über andere Schriftsteller, die bereits dort waren, in der Hoffnung, eine Waffe zu finden, mit der man das Monster erschlagen kann. Indem er die Meister studiert, baut der Autor sein Selbstvertrauen auf. Von den Meistern erfährt der Autor einige merkwürdige Gewohnheiten des Monsters, dass es sich zum Beispiel von Autorenfleisch ernährt, und er entdeckt, dass man das aushalten kann.

Während er Wissen und Anregungen bei den Meistern sucht, versucht der Autor, diese zu imitieren, nicht nur formal, sondern auch ihren Stil und ihre Sprach. Vielleicht findet er einen Populären Schriftsteller und Produziert eine Imitation von dessen Werk, indem er nur einige Äußerlichkeiten en wenig ändert, um dem Vorwurf des Plagiats zu entgehen.

Mit solchen Imitationen kann man durchaus einigen Erfolg haben, doch selbst dieser Erfolg wird nicht die vagen Schuldgefühle beruhigen, die mitten in der Nacht hochkommen. Ganz gleich wie geschickt der Autor darin wird, die Meister zu kopieren, letztlich wird er in dieser Arbeit keine Befriedigung finden.

Nun wird der Romanautor voller Verzweiflung weisen Rat bei Lehrern suchen, die selbst schon tief im Wald waren. Von diesen Lehrern erfährt der Autor die Wahrheit: man kann das Monster nicht töten.

Aber wenn man das Monster nicht töten kann, wie kommt man denn weiter? Will der Autor wissen.

In diesem Punkt schweigen sich die Lehrer aus. Ihr Rat ist immer technischer Natur – Schreiben Sie aufrichtig, versuchen Sie Ihr Werk realistisch erscheinen zu lassen, machen Sie es universell und trotzdem einmalig, versuchen Sie, Ihre Figuren bis in die Tiefe auszuloten, und bringen Sie sie in ein existenzielles Dilemma. Doch die eigentliche Botschaft bleibt unausgesprochen. Die Hinweise sind eher metaphorischer Natur, Aussagen über Wahrheit, das Ich und über wahres Wissen, Aussagen, die der Autor nicht ganz begreift. Erst durch immer neues Ausprobieren erkennt der Autor schließlich das Wesen des Dilemmas – man kann das Monster nicht erschlagen, aber man kann es reiten. Der Sattel ist zwar klein und voll scharfer Kannten, und das Monster lässt sich kein Zaumzeug anlegen. Doch wenn der Autor aufzusitzen wagt, dann ist es machbar.

Nun ist der Autor bereit, noch einmal dem Wald zu betreten, entschlossen, das Monster zu suchen und ihm auf den Rücken zu klettern. Er steuert direkt auf den finsteren Teil des Waldes zu, weil er spürt, dass das Monster dort auf ihn wartet und Feuer speit, das so heiß ist, dass es Stahl zum schmelzen bringen konnte.

Es ist ein wilder Ritt, wenn das Monster krachend durch das Unterholz stürmt und alles, was ihm in die Quere kommt, zertrampelt. Hier begegnet der Autor noch weiteren Monster, die ihm den Weg versperren. Er muss sich jedem einzelnen von ihnen stellen und es im Zweikampf überwinden. Das sind die Monster die tief in inneren der kreativen Phantasien des Autors verborgen sind. Diese Monster sind die geheimen und unerkannten Ichs des Autors. Die Kämpfe sind hart und blutig, und der Autor ist oft ganz erschöpf, kann aber auch Siege verbuchen.

Talent und harte Arbeit ebnen den Weg, doch um Erfolg zu haben, muss man dem Rücken des Monsters jedem Pfad folgen, den es einschlägt. Dann sie alle führen zur wahren Individualität des Autors – einem Ort, an dem die Kreativität wie eine heiße Quelle aus dem Waldboden sprudelt. Dort in Zentrum seiner Individualität findet der Autor alles, was es über menschliche Wesen zu wissen gibt. Und dort findet er auch – mit Narben und Blessuren übersät von den Kämpfen, die er unterwegs austragen musste – die Wahrheit, die die Quelle ist für Literatur, die nicht bloß unterhaltsam ist und einen Verleger findet, sondern für Literatur, die den Anspruch hat, große Kunst zu sein.

Ich hoffe, jeder, der das hier liest, der Text genau so schön findet wie ich. Wenn nicht, zumindest unterhaltsam. Das ist das letzte Buch, das ich von James N. Frey gekauft habe, alle anderen habe ich schon gelesen. Meine Suche ergab, dass er kein neues Buch veröffentlicht hat. Aber seine fünf Bücher sind für jeden angehenden Autor eine große Hilfe.  Wünsche alle einen schönen Sonntagabend.

James N. Frey

The Key. Die Kraft des Mythos
Wie verdammt gute Romane noch besser werden

Gebunden
14,5 x 21,5 cm
256 Seiten
ISBN 978-3-89705-210-9
Euro 16,80 [D] , 17,30 [AT]

Emons Verlag








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